Auf Bestzeitkurs in Berlin

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HOCH ZWEI / Henning Angerer

Tipps für Ausflüge mit und ohne Fahrrad rund um Deutschlands Premium-Veranstaltung, den Velothon Berlin.

von Carola Felchner

Der Velothon Berlin ist eine der schnellsten urbanen Radrouten durch die deutsche Hauptstadt, die man buchen kann. Die Strecken (60 km, 120 km oder 180 km) werden dich an historisch bedeutenden Straßen und herrlichen Sehenswürdigkeiten vorbei führen während du deine persönliche Bestzeit jagst. Wenn du aber Berlin in seiner ganzen Schönheit erleben möchtest, steig nach dem Rennen vom Rad und gehe auf Erkundungstour. 

In der deutschen Hauptstadt stand nicht nur die berüchtigte Mauer, die einst Deutschland in zwei Teile trennte (und der Ort, wo die Landesregierung ihren Sitz hat). Sie ist auch ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. Es gibt in Berlin Theater und Museen und überall stolpert man über Geschichtliches aus der Zeit als Deutschland noch geteilt war. 

Wer gerne einkaufen geht und sich für gutes Essen interessiert, wird geradezu verwöhnt mit zahllosen Läden und Restaurants, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Kurz: es sollte eigentlich selbstverständlich sein, vor und nach dem Velothon noch ein paar Tage in der deutschen Hauptstadt zu verbringen, egal ob du sie mit oder ohne Fahrrad verbringen möchtest. Lass dich von unseren Tipps inspirieren, um das Beste aus deinem Aufenthalt in einer der interessantesten Städte der Welt herauszuholen. 

Anreise: Nach Berlin kommt man problemlos von (fast) überall her. Wenn du mit dem Auto anreisen möchtest bedenke, dass es nur begrenzt Parkplätze gibt. Erspare dir den Stress und fahre lieber mit dem Fernbus, wenn du von innerhalb Deutschlands anreist. Das ist ein Langdistanz-Busnetzwerk. Wenn du Glück hast, bekommst du eine einfache Fahrt für weniger als zehn Euro. Eine weitere, schnellere Option, die allerdings etwas teurer ist, ist eine Zugfahrt. Da man in Deutschland nicht in allen Zügen Fahrräder mitnehmen darf, solltest du vorher nachfragen, ob dies auf der Verbindung, die du buchen möchtest, möglich ist. Natürlich kannst du auch mit dem Flugzeug nach Berlin reisen. Es gibt mehrere nationale und internationale Fluglinien, die täglich die Berliner Flughäfen ansteuern. 

Berlin mit dem Fahrrad: Einfach rollen lassen 

Es mag auf den ersten Blick nicht so aussehen, aber Berlin liebt seine Radfahrer. Ja, es gibt dort viel Verkehr und es dauert eine Weile bis man aus der Stadt draußen ist, aber es gibt jede Menge gut in Stand gehaltener Radwege, die dich leiten. Außerdem hat Berlin viele fahrradfreundliche Hotels, die sichere Unterstellmöglichkeiten, Trockenräume für Kleidung und Ausrüstung, regionale Fahrradkarten und gesunde Frühstücksoptionen bieten. Die A & O Hotelgruppe ist eine von ihnen. Sie geben dir dort auch Tipps, um den Berliner Kiez, auf dem sie sich befinden, mit dem Fahrrad zu entdecken. 

Wenn du nicht im Hotel frühstücken oder alle Mahlzeiten dort zu dir nehmen möchtest finden sich in Berlin einige Fahrrad-Cafés, die frisch gebrühten Kaffee, hilfreiche Fahrrad-Ersatzteile sowie einen Wartungs- und Reparaturservice offerieren. Keirin mit seinen vielen klassischen Stahlrahmen als Deko-Elementen sieht eher aus wie ein Museum als wie ein kombinierter Fahrrad-Kaffee-Laden. Standert (Berliner Mundart für „Standard“) ist ziemlich schick mit den schnörkellosen Stahlrädern, den unverputzten Steinwänden und der stimmungsvollen Beleuchtung. Es gibt dort sogar eine Gruppe, die sich regelmäßig zu Ausfahrten trifft. 

Abgesehen von diesen fahrrad-freundlichen Plätzchen, gibt es noch jede Menge ungewöhnlicher, aber gesundheitsorientierter und gemütlicher Cafés und Bars, die es sich nach ein paar Kilometern im Sattel auszuprobieren lohnt. Wahrhaft Nahrhaft in Friedrichshain ist ein gutes Beispiel dafür. Sie bieten Klassiker wie Bagels, Müsli, Salate und Suppen, aber setzen manchmal einen unerwarteten Akzent: Lust auf einen Zimt-Ziegenkäse- oder Süßkartoffel-Bagel? Und wie wäre es mit einer Mais-Mozzarella-Karotten-Quiche? Wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, stehen für ihn Wurstbällchen und spezielle Kekse auf der Karte. 

Ein weiteres Goldstück ist Frau Lüske in Lichterfelde-Süd. Dort gibt es hervorragende Eiergerichte, Qinoa-Porridge und pochierte Aprikosen. Oder stelle dein Fahrrad in der Nähe des Karl-August-Platzes ab und schlendere über den Wochenmarkt, der dort immer mittwochs und samstags stattfindet. Dort gibt es alles Mögliche, von Kunst, Lederprodukten und Blumen bis hin zu Gemüse, Obst und Wein. Danach kannst du an der Spree oder der Havel entlang radeln. Falls du Berlin lieber nicht ganz alleine mit dem Rad erobern möchtest, kannst du dir auch eine geführte Tour buchen. Es gibt viele themenorientierte Führungen wie Streetart Berlin, Oasen der Großstadt, Berlin bei Nacht oder Berliner Mauer. 

Immer noch nicht genügend Möglichkeiten, um deinen Radhunger zu stillen? Im Blog Mit Vergnügen sind 11 landschaftlich attraktive und kurze Touren in- und außerhalb Berlins zusammengetragen. Du kannst sie über die Komoot-Fahrrad-App herunterladen. 

Berlin ohne Fahrrad – Boote, Busse und Bikini

Wenn du deine Zeit auf dem Fahrradsattel auf den Velothon beschränken möchtest, gibt es in Berlin dennoch genügend zu sehen und zu erleben. 

Wenn du das erste Mal in Berlin bist, suche dir am besten ein zentral gelegenes Hotel um beim Sightseeing Zeit und Geld zu sparen. Berlin ist auch dann noch groß genug, wenn man nicht stundenlang von den Außenbezirken in die Innenstadt fahren muss. Eine preislich recht attraktive Übernachtungsmöglichkeit ist das Pfefferbett Hostel im Prenzlauer Berg. Es befindet sich in einer ehemaligen Brauerei und ist Teil des Pfefferberg Industriedenkmals. Die Hackeschen Höfe, ein altes Stadtmarkt-Quartier, der Alexanderplatz und die Museumsinsel sind alle in Gehweite – ebenso wie eine U-Bahn-Station. Das Old Town Hostel (ebenfalls Prenzlauer Berg) ist heimelig und günstig – und das Personal ist freundlich. 

Wenn dir der Sinn nach etwas mehr Luxus steht ist das Vier-Sterne-Hotel Lindner am Ku’Damm eine schöne Unterkunft. Es liegt in der Nähe des Bahnhof Zoo, von wo aus sich viele Örtlichkeiten erreichen lassen. Die Zimmer sind nicht übertrieben teuer und du kannst kostenlos ins Fitness-Studio auf der anderen Straßenseite gehen. 

Ein Klassiker in Berlin ist eine Hop-on, Hop-off-Bustour. Es gibt Touren mit verschiedenen Themenschwerpunkten, verschiedener Länge und durch verschiedene Bezirke, frage also beim Personal was sie anbieten und empfehlen. Besonders unter der Woche sollte es kein Problem sein Tickets vor Ort zu bekommen, aber wenn du im Voraus buchen möchtest, kannst du das online auf Seiten wie Rent a Guide machen. 

Wenn du das Wasser dem Asphalt vorziehst, schaue dir einmal die Bootstouren in und um Berlin herum an. Du kannst eine Tour vom Berliner Dom zu Hauptbahnhof und Friedrichstraße buchen (eine frühere Amüsiermeile mit Theatern etc.). Oder du fährst auf der Spree am Reichstag vorbei. 

Wenn du aus der Stadt hinaus möchtest, um ein bisschen frische Luft zu schnappen, probiere die Tour Berlin 7-Seen aus. Sie startet in Spandau, einem ziemlich grünen Teil Berlins mit vielen Seen und einer netten Altstadt. Von dort geht es auf ein historisches Dampfschiff, das dich am Grunewald (Berlins größtem Baumgebiet südwestlich von Chalottenburg und ebenfalls einen Besuch wert) entlang schippert und dann über Seen wie Kleiner Wannsee, Stölpchensee und Griebnitzsee fährt, bevor es an Babelsberg und Postdam vorbeigleitet und danach über die Pfaueninsel und Kladow zurückfährt.

Abenteurern, die nach etwas Besonderem suchen, empfehlen wir eine Runde im Spreepark zu drehen, einem verwilderten Freizeitpark im Norden Berlins. Oder besuche den Teufelsberg. Dieser künstlich angelegte Schuttberg im Grunewald beherbergt eine verlassene NSA Spoinage-Station (Field Station Berlin Teufelsberg). Man kann hindurchspazieren und entweder sie bestaunen (man glaubt gar nicht wie eindruckvoll ein heruntergekommenes Gebäude sein kann) oder die vielen Graffitis örtlicher Künstler, die dort auf fast jeder Wand prangen – es gibt sogar Graffiti-Wettbewerbe. Außerdem hat man einen tollen Ausblick auf den Grunewald und Berlins Skyline. 

Bereit für einen Einkaufsbummel? Das geht super im Bikini Berlin. Dieses ehemalige Industrie-Gebäude beherbergt mittlerweile verschiedene junge Designer, die an kleinen Ständen ihre Kleidung anbieten. Man findet dort aber auch große Modemarken. Charlottenburg ist auch ein toller Ort zum Essen gehen. Am Savignyplatz gibt es haufenweise netter Restaurants und Bars, so dass jeder etwas Passendes finden sollte. Das vietnamesische Restaurant Pho Nguyen 68 ist beispielsweise großartig, um frisch und zu vernünftigen Preisen zu essen. 

Wer dem Berliner Klischee-Gericht etwas Glamour einhauchen möchte, sollte seine Currywurst am Bier’s Kudamm 195 essen. In dieser Berliner Institution, die es seit mehr als 50 Jahren gibt, bekommt man unter anderem die klassische Wurst mit Champagner. Und Champagner ist mit Sicherheit das richtige Getränk, um ein tolles Velothon-Rennen zu feiern. Prost! 

Erfahre mehr über den Velothon Berlin.

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