6 Tipps gegen das Motivationsloch mitten in der Saison

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Photographer@TORWAI

Du hast das Gefühl in einer Sackgasse zu stecken? So bleibst du fokussiert und verfolgst mit Feuereifer deine Ziele.

von Susan Kitchen 

Die meisten Radsportler starten das Jahr mit klaren Zielen und einem oder zwei Frühjahrsrennen, um die Spinnweben abzuklopfen, die sich in der Saisonpause gebildet haben.  In der Mitte der Saison fällt es vielen von ihnen aber recht schwer ihre Motivation hochzuhalten, da das Training sich immer mehr nach Routine anfühlt. 

Wenn du jemals eine Unterhaltung unter Radsportlern belauscht hast, dann hast du vermutlich Fragen zu den Trainingsstunden insgesamt, zu Trainingsplänen und Wattschwellen gehört. Wir erfassen alles: Trainingsstunden, die Zeit, die wir in bestimmten Trainingsbereichen trainieren und die wöchentlichen Gesamtdistanzen pro Disziplin – oft mit Hilfe von Trainingscomputern und Online-Trainingstagebüchern. Unser körperliches Training ist zweifellos ein tragender Bestandteil unserer Vorbereitung. 

Bei ansonsten gleichen Voraussetzungen ist es jedoch entscheidend für den Erfolg, neben der Fitness auch die mentale Stärke zu trainieren. Dr. Stan Beecham, Sportspsychologe und Autor des Buches Elite Minds sagt, dass das, was du über dich selbst und deine Fähigkeiten denkst ausschlaggebend dafür ist, wie gut du eine Aufgabe meistern wirst. Der Geist kontrolliert den Körper, nicht umgekehrt. 

Wenn du das nächste Mal auf der Rolle oder mit deiner Wochenend-Truppe draußen auf der Straße trainierst, konzentriere dich darauf, das zu verstärken, von dem du glaubst, dass es auf dich zutrifft. Trainiere deinen Kopf darauf selbstbewusst zu sein, sei freundlich zu dir selbst und überzeugt davon, dass du jedes Ziel erreichen kannst, das du dir gesteckt hast. 

Mache dir bewusst, warum du etwas tust 

Für ein Radrennen zu trainieren erfordert viel Zeit und Energie und, ganz ehrlich, es kann ganz schön hart sein, das Training neben Job, Sozialleben und Familie unterzubringen. Egal ob du Neueinsteiger oder erfahrender Radsportler bist, Dr. Beecham betont, dass man wissen muss, warum man wertvolle Zeit aufs Training verwendet. Sonst wird man Schwierigkeiten haben, ihm Priorität zu geben, wenn die Zeit knapp wird. Betrachte dieses „Warum“ als die Grundlage, auf die alles aufbaut – deshalb muss sie besonders solide sein. 

Deine Absicht ist gleichzeitig ein Bekenntnis zu dir selbst. Wenn du einmal weißt, was du willst, schreibe es auf. Immer wenn du dich nicht zum Training aufraffen kannst, erinnere dich daran, warum du überhaupt damit angefangen hast. Das wird dir dabei helfen, deinen Alltag mit deinen sportlichen Zielen zu vereinbaren, zum Beispiel damit, früh ins Bett zu gehen, wenn um fünf Uhr morgens eine Ausfahrt ansteht, dein Training deinem Tagesablauf anzupassen anstatt es hineinzuquetschen wenn es gerade passt und während des Trainings mental ganz dabei zu sein. 

Der Faktor Angst

Was ist das größte Hindernis zwischen dir und dem Erreichen deiner Ziele? Kleiner Tipp: es ist nicht die Zeit. 

Es ist Angst, die dich davon abhält, dir Ziele zu setzen und die auch verhindern kann, dass du dich ganz dem Erreichen der Ziele verschreibst, die du dir gesetzt hast. Angst ist diese Stimme in deinem Kopf, die sagt „mach’ langsamer“ oder „du trainierst nach dem falschen Trainingsplan“ oder „du wirst nie ein guter Läufer sein“ oder etwas Verallgemeinerndes wie „wie kannst du dich selbst nur als Athleten bezeichnen?“ 

Wir alle haben Angst davor, dass wir, wenn wir uns ein großes, furchteinflößendes Ziel setzen und es der Welt mitteilen, scheitern könnten. Aber denke daran: man ist nur dann gescheitert, wenn man aufgibt. Und das ist keine Option, oder? Lasse es nicht zu, dass dir deine Angst in die Quere kommt. Verfolge deine Ziele mit einer klaren Absicht (deinem Warum) und der Erwartung, dass du sie auch erreichen wirst, wenn du jeden Tag kontinuierlich daran arbeitest. 

Werde belastbarer 

Man könnte meinen, dass manche Menschen von Natur aus härter im Nehmen sind als andere. Tatsächlich ist es aber so, dass Belastbarkeit und Resilienz Eigenschaften sind, die man sich verdienen muss und nicht geschenkt bekommt. Es tut nicht weh sich große Ziele zu setzen und es ist unfassbar großartig sie zu erreichen, aber der Weg dorthin ist sicherlich nicht durchgehend asphaltiert oder schön flach. Die meisten Erfolgsgeschichten sind lang und hart und voller Rückschläge und Enttäuschungen. 

Das Geheimnis, um am Ball zu bleiben ist, konsequent zu sein, egal ob du dich danach fühlst oder nicht. Akzeptiere die Schwierigkeiten, Misserfolge und die harten Lektionen und lerne daraus. Sie machen dich stärker und resilienter – so wie es jeder erfolgreiche Athlet irgendwann lernen und sich verdienen musste. 

Freue dich aufs Rennen 

Es ist ein gängiges Ritual vor dem Rennen unter ambitionierten Athleten die Starterliste nach Konkurrenten in ihrer Altersklasse durchzugehen. Eher jedoch, als sich vor den Rivalen zu fürchten solltest du dir aber mal überlegen wie die Anwesenheit dieser Athleten dir dabei helfen kann, das Beste aus dir herauszuholen. Anstatt gegen die Mitstreiter anzutreten, kämpfe mit ihnen. Nutze ihre Energie und Gegenwart als Ermutigung ohne dich selbst ihnen gegenüber schlechter zu machen. 

Ein lieber Freund hat mir einmal gesagt, dass es genug Erfolg für alle gibt. Der Erfolg eines Athleten nimmt ihn keinem anderen weg. Glaube an dich und genieße die positive Wettkampfatmosphäre. 

Konzentriere dich auf den Prozess

 Radsportler definieren ihren Erfolg typischerweise über Faktoren wie ihre Finisherzeit oder die Platzierung in ihrer Altersgruppe. Das ist sicherlich eine Möglichkeit seine Leistung zu messen, aber eben nur eine unter vielen. Es gibt zahlreiche Faktoren, die Einfluss darauf haben wie der Renntag verläuft, zum Beispiel wie du dich verpflegst und trinkst sowie Rennelemente wie Pacing und wie hoch du deine Erwartungen hängst. 

Ein Trick ist es, Kopf und Körper immer im Einklang zu halten. Lass’ deine Gedanken nicht schon zum nächsten Anstieg wandern, zu deiner Finisherzeit oder dem Zielbogen. So weit ist es noch nicht! Um in einem kompetitiven Umfeld zu bestehen, musst du dich auf den Prozess konzentrieren und im Moment bleiben. Das Ergebnis entsteht dabei ganz von allein. 

Beruhige deinen Geist 

Wenn du ein Gespräch aufzeichnen könntest, das du im Rennen mit dir selbst führst, was würdest du dann hören? Ermutigende Worte oder solche, die dich niedermachen? Wenn es hart wird, kann es schwierig sein nicht in die Falle des negativen Selbstgesprächs zu tappen. Wenn der Geist den Körper kontrolliert, wie sollen wir dann unser Bestes geben, wenn uns Negatives in Dauerschleife durch den Kopf geht?

Um deine Gedanken zu beruhigen, wenn sie beginnen dich verrückt zu machen, besinne dich auf deine Grundlage. Erinnere dich an den Grund, warum du dieses Rennen machst. Rufe dir deine Ziele vor Augen: was erwartest du von dir und was denkst du über dich selbst? 

Dann entspanne dich – genieße die Reise und lasse deinen Körper das tun, für das du ihn trainiert hast: gut Rad zu fahren.

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