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6 Gründe, warum dich Rennradfahren jung hält

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Kannst du wegen Verletzung oder Burnout deiner großen Sportliebe nicht nachgehen? Das Heilmittel liegt im Sattel.

Einmal Ausdauersportler, immer Ausdauersportler, könnte man argumentieren. Die Leidenschaft für Fitness, körperliche Aktivität und Wettkampf verschwindet selten komplett, selbst, wenn man verletzt ist, zeitweise gelangweilt oder man älter wird. 

Glücklicherweise ist Rennradfahren ein Sport, der wie geschaffen ist für sogenannte „Sport-Rentner“, egal, was deine erste Sportliebe war – Rudern, Tennis oder Triathlon. Die Fitness-Fans von heute haben einen ganzen Kalender, vollgepackt mit Events weltweit, aus denen sie sich welche aussuchen können, mit Distanzen und Strecken, die sich gleichermaßen für Einsteiger wie auch für Amateure auf Elite-Niveau eignen. Wenn du dich nach einem Adrenalinschub sehnst, dann lies weiter und erfahre sechs Gründe, warum Rennradfahren das beste Rezept sein könnte, das es gibt. 

Erhalte deine Fitness 

Für viele Athleten wird Radfahren zum „Ausweichsport“, wenn sie älter werden und sie Verletzungen oder andere unglückliche Umstände daran hindern, den Sport (oder die Sportarten) auszuüben, in den sie sich ursprünglich einmal verliebt haben. Radfahren kann zweifelsohne ein Jungbrunnen sein, eine Studie mit einem 105 Jahre alten Amateur-Radsportler zeigte, dass er gesünder war als die meisten 50-Jährigen.

Ross Young, der derzeit vom Triathlon aufs Radfahren umsattelt, kann nach 12 IRONMAN-Langdistanzen innerhalb von vier Jahren den Sport nicht mehr ausüben. Der 51-Jährige aus Austin, der 2016 die IRONMAN-Weltmeisterschaft gefinisht hat, erklärt, dass seit ein gerissenes Hüftlabrum das Laufen schmerzhaft mache und ein eingeklemmter Nerv das Schwimmen erschwert, Radfahren die beste Option für ihn sei, um sich fit zu halten. 

„Radfahren war meine erste Liebe und sie ist meine stärkste Disziplin“, sagt er. „Jetzt möchte ich einfach nur gesund bleiben und an ein paar schönen Orten Rad fahren.“ 

Lisa Tibor ist dagegen ein Beispiel für jemanden, der zum Radsport konvertierte, um ihre schon sehr gute Gesundheit zu erhalten. 

Die Skifahrerin, Schwimmerin, Läuferin und frühere Triathletin Tibor (39) begann mit dem Radfahren als sie in Mammoth Lakes, Kalifornien, lebte und dort wenig Möglichkeiten zum Schwimmen hatte. Ein befreundeter Skilangläufer lieh Tibor sein Carbonrennrad und seitdem fährt Tibor Rad. 

„Ich mag es aktiv zu sein, aber es geht mir auch darum, mein Leben so gut es geht zu genießen“, erklärt Tibor, eine Orthopädin, die sich in der Bay Area auf Sportmedizin spezialisiert hat. 

Tibor ergänzt ihr Rad- um Krafttraining und Pilates. „Wenn du Rad fährst, nimmst du für eine lange Zeit eine gebeugte Haltung ein, deshalb ist es wirklich wichtig, dass man das mit anderen Sportarten ausgleicht“, sagt sie. 

Stille deine Wettkampflust

Obwohl mit dem Alter die körperliche Kraft und Ausdauer abnehmen können, bleibt der Wille sich zu verbessern – oder sogar zu gewinnen – unverändert. Straßenrennen und andere Radveranstaltungen können diesen tief verwurzelten Wettkampfhunger alternder Athleten stillen. 

David Holder nahm 1997 an einem Sprinttriathlon in Winnipeg, Kanada, teil und der Leichtathlet-plus-Schwimmer fand darin die perfekte Kombination für seine Fähigkeiten. In den nächsten 18 Jahren finishte Holder alle Triathlondistanzen, auch vier IRONMAN-Veranstaltungen, bis Arthritis in seiner Schulter und nachlassendes Lauftempo diese Wettkämpfe weniger befriedigend machten für jemanden, der es gewohnt war seine Altersklasse zu gewinnen. 

„Ich habe angefangen übers Radfahren nachzudenken“, sagt er. „Ich wollte einfach fahren.“ 

Nun bekommt der 44-jährige Holder, der in Vancouver, British Columbia, lebt, seine Wettkampfdosis indem er als Mitglied des Stevenston Athletic Association-Radsportteams an Straßenrennen teilnimmt. 

Sei Teil einer Gemeinschaft 

Von Juni bis September 2016 nahm die 62-jährige Ruth Anne Cooper jedes Wochenende an einem Century Ride (100 Meilen/ca. 160 km) teil und kam so auf insgesamt mehr als 2.700 Rennkilometer. 

Cooper, eine frühere Multisport-Athletin (sie qualifizierte sich 1989 für die IRONMAN-Weltmeisterschaft) aus Chicago erklärt ihre Motivation dafür quer durch den Mittleren Westen zu fahren, um an einem Century Race teilzunehmen folgendermaßen: 

„Der soziale Aspekt ist viel höher als beim Laufen oder Schwimmen“, sagt sie. „Es macht so viel Spaß verschiedene Leute zu treffen und sich in einer Gruppe lebendig zu fühlen. Das mag ich am Radfahren: man arbeitet zusammen, bildet einen Tempozug, hilft sich gegenseitig. Und man kann mit den Leuten reden und sie kennenlernen während man fährt.“ 

Radfahren bietet Radsportlern wie Cooper noch etwas anderes Wichtiges: sie gehören zu einer Gruppe, in einem Alter, in dem Kameradschaft genauso wichtig ist wie Wettbewerb. 

Vor drei Jahren wechselte die 51-jährige Jeana Rose aus Palo Alto zum Radfahren, nachdem sie lange gelaufen, im Freiwasser geschwommen und Triathlons absolviert hatte. „Ich wurde Marketingleiterin, Ehefrau und Mutter und musste mich einer Knieoperation unterziehen. Ich erkannte, dass ich nicht alles gleichzeitig tun konnte und meinen Fokus verkleinern musste.“ 

Rose radelt derzeit mit einer Gruppe namens Alto Velo. „Ich liebe nicht nur was ich tue, ich liebe, dass ich es genau jetzt tue. Es gibt viele interessante, reife Frauen da draußen, die viel mehr erreicht haben als ich.“ 

Holder führt die Gruppenausfahrten als Beispiel für den Teamgeist an. „Du hast immer ein Team um dich. Sogar wenn du einen schlechten Tag hast, hilft dir das Team die Ausfahrt zu Ende zu bringen. Ich liebe es, mit dem Team draußen auf der Straße zu sein.“ 

Entwickle neue Fähigkeiten 

Radsport-Neulinge – speziell wenn sie aus dem Triathlon kommen – lernen neue Fachbegriffe und spezielle Fahrtechniken schneller, wenn sie an Gruppenausfahrten und Straßenrennen teilnehmen. Wie könnte man besser bei der Stange bleiben als indem man lernt wie man richtig Windschatten fährt, ein Hinterrad halt oder andere Athleten „zieht“? Blutige Anfänger werden schnell lernen, wie man sich die Geschwindigkeit auf einer Ausfahrt richtig einteilt und wie man seine Ernährungsstrategie über verschiedene Renndistanzen plant. 

Neue Fähigkeiten zu entwickeln, muss keine Arbeit sein. Tibor war ein paar Mal im Radurlaub, um an ihren Schwächen wie dem Bergauffahren zu arbeiten. 

Atme frische Luft! 

Schlussendlich kombiniert Rennradfahren – egal ob Training oder Rennen – zwei Komponenten, die ein gesundes Leben garantieren: körperliche Aktivität und draußen sein. 

Holder glaubt, dass seine Radtrainings ihm viel leichter draußen in den Elementen fallen als auf der Rolle und die Vielfalt der Strecken und Landschaften in der ganzen Welt werden erreichbarer – dank organisierter Radrennen wie der VELOTHON-Serie und Touren. 

„Ich weiß, dass jeder Kilometer in der Sonne einer ist, den ich wirklich genieße, ob ich nun hinter einem anderen Rad kämpfe oder nach einem Anstieg, den ich in neuer Rekordzeit erklommen habe, völlig außer Atem bin“, stimmt Rose zu. 

Eine andere Bühne? 

Während viele (setze hier deine Disziplin ein), die zu Radfahrern geworden sind, diesen Wechsel dauerhaft vollzogen haben, haben sich andere dazu entschlossen, sich ihre Fitnessoptionen offen zu halten. 

Cooper hat, neben weiteren wöchentlichen Century Rides im kommenden Sommer, ein Aquabike-Rennen ins Auge gefasst und Holder ist sich sicher „dass noch ein Triathlon in mir steckt, nur nicht in naher Zukunft.“ 

Vielleicht wird er uns vom Gipfel eines epischen Berges beim VELOTHON Wales zuwinken. 

David Landers ist freier Autor mit einer Leidenschaft für Triathlon und Reisen. Er lebt in Vancouver, B.C.

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