Hamburg: Europas Radfahr-Oase

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HOCH ZWEI/Henning Angerer

Die deutsche Hafenstadt ist gleichzeitig auch eine Sportstadt. Besonders gut kannst du das mit dem Fahrrad erleben.

von Carola Felchner

Das ganze Jahr über finden in der Stadt an der Elbe beliebte Sportveranstaltungen statt. Es gibt den Haspa Hamburg Marathon im April, den ITU World Triathlon im Juli und – ein absolutes Highlight für Radsport-Fans – die EuroEyes CYCLASSICS im August. Letztere vereinen Deutschlands einziges Profirennen der höchsten UCI-World-Tour-Kategorie und Europas größtes Hobbysport-Radevent mit mehr als 20.000 Teilnehmern, die die Straße in und um Hamburg fluten.

Allein im Jahr 2014 investierte die Stadt 11,4 Millionen Euro in ihre Rad-Infrastruktur und Anfang der 2020er soll der Radverkehr 25 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens ausmachen. Sport liegt dieser Stadt in den Genen. Hamburg bietet sowohl ambitionierten Radsportlern als auch entspannten Radpendlern viele Möglichkeiten; Hamburg hat ein Herz für alle. Entsprechend einfach ist es, einen Radurlaub um den Start bei den CYCLASSICS herum zu planen.

Hamburg mit dem Rad: Wie wäre es mit einer Stadtrundfahrt auf dem Bike? Es werden überall Radwege gebaut und renoviert, sodass man entspannt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit pedalieren kann ohne sich in eine überfüllte U-Bahn quetschen oder im Stau stehen zu müssen. Es gibt einige geführte Touren, zum Beispiel eine um die Alster herum, eine auf den Spuren des klassischen hanseatischen Hamburgs oder eine durch das Rotlichtviertel an der Reeperbahn.

Entdecke das Umland: Hinter den Stadtgrenzen fängt der Spaß erst an. Außerhalb der Stadt Hamburg gibt es verschiedene ausgeschilderte Radtouren. Einige davon kann man in einem Tag absolvieren, andere sind auf mehrere Etappen ausgelegt. Man kann ins sogenannte Alte Land radeln, ein Obstanbaugebiet südlich der Elbe, an die Alsterquelle in Henstedt-Rhen fahren oder einige Etappen des Elberadwegs erkunden. Das ist ein Radweg, der vom Riesengebirge in Tschechien bis nach Cuxhaven führt und insgesamt 1.220 Kilometer lang ist.

Teste die Rennstrecke: Wenn du für die EuroEyes CYCLASSICS angemeldet bist (und auch, wenn nicht), fahre doch einfach einmal eine der vielen Routen ab, die über Teile der offiziellen Rennstrecken der CYCLASSICS oder des Hamburg ITU World Triathlon führen. Auf den Eventwebseiten findest du entsprechende Routenvorschläge. Auch auf den offiziellen Rennstrecken selbst kann man trainieren, und jede ist einen Ausflug wert. Sie werden nicht nur die Vorfreude auf das jeweilige Event steigern (wenn du angemeldet bist), sondern angesichts ihrer Startpunkte mitten in Hamburg und Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führen, dich auch mit herrlichen, vielfältigen Landschaften erfreuen.

CYCLASSICS 60 (60 km)

Die Strecke CYCLASSICS 60 führt dich westlich von Hamburg. Start ist zwischen Binnen- und Außenalster, danach geht es aus der Stadt hinaus ins Bundesland Schleswig-Holstein. Auf dem Rückweg wartet der Kösterberg auf dich und es geht auch ein Stück entlang der Reeperbahn, wo sonst das Hamburger Nachtleben tobt. Genieße die Strecke ab hier, da nun bis zur Ziellinie haufenweise Highlights auf dich warten.

CYCLASSICS 120 (120 km)

Die Strecke der CYCLASSICS 120 führt nach Süden. Nach dem Start in Hamburgs Weltkulturerbe, der Speicherstadt, fährt man über ein weiteres Hamburger Wahrzeichen – die Köhlbrandbrücke – mit ihrer atemberaubenden Aussicht über den Hafen von Hamburg. Nachdem man durch die Außenbezirke Hamburgs pedaliert ist, führt der Kurs zurück ins Herz der Stadt und endet direkt auf der Mönckebergstraße.

CYCLASSICS 180 (180 km)

Die Strecke über 180 km verbindet die CYCLASSICS 60 und die CYCLASSICS 120 und führt an den schon zuvor genannten Sehenswürdigkeiten vorbei.


Hamburg ohne Fahrrad: Wo wir schon bei Sehenswürdigkeiten sind – davon hat Hamburg einige zu bieten. Hier kommen ein paar Vorschläge dafür wie man die Zeit, die man nicht auf dem Fahrradsattel verbringt, bestmöglich verbringen kann.

Reisen mit kleinem Budget

Unterkunft: Günstig übernachten kann man in einem der vielen Hostels der Stadt. Die Superbude ist ein ziemlich besonderes. Es gibt zwei davon, aber wir empfehlen das auf St. Pauli. Wenn du gern unter Leuten bist oder ohnehin mit einer größeren Gruppe unterwegs bist, versuche die Rockstar-Suite zu bekommen. Dort gibt es alles, was ein (Rad)Star braucht: einen riesigen Kühlschrank, Gitarren, einen Flat-Screen-Fernseher, HiFi-Surround-System und ein Bett, das eher eine wandlange Bühne ist.

Verpflegung: Günstig und gut essen? Hol’ dir ein Fischbrötchen an den Landungsbrücken! Wenn dir eher nach Fleisch ist, probiere die individuell zusammenstellbaren Burger der Better Burger Company in der Innenstadt nahe Mönckebergstraße. Sie kosten nicht die Welt und man muss nicht lange auf seinen Kalorienbooster warten. Veganer finden vergleichsweise günstiges Essen bei Loving Hut, einer veganen Restaurant-Kette, die ein Mittagsmenü mit gutem Preis-Leistungsverhältnis (7,90 Euro) anbietet.

Unternehmungen: Planten un Blomen ist ein wunderschöner Park mit Japanischem und Botanischem Garten und freiem Eintritt. Im Sommer gibt es dort gratis Wasserspiele. Sobald es dunkel wird, tanzen beleuchtete Fontänen zu (klassischer) Musik.

In ganz Hamburg gibt es zudem regelmäßig kostenlose Konzerte, zum Beispiel in Pubs, Clubs oder an der Hochschule für Musik und Theater. Erkundige dich auf deren Webseite nach aktuellen Terminen.
Täglich um 11 Uhr beginnt eine zweistündige Tour durch die historische Altstadt. Halte nach dem Guide mit dem gelben Regenschirm Ausschau, der vor dem Haupteingang des Rathauses steht und nimm an der kostenlosen Führung teil.

Hamburger Jung, Hamburger Deern
Unterkunft: Am authentischsten wohnt man in Hamburg in einem Apartment. Es gibt einige Webseiten, wo man eines buchen kann, also schau einfach mal nach einer nette Bleibe im Schanzenviertel oder auf St. Pauli, wenn du dich ins Nachtleben stürzen möchtest oder sieh dich in den Stadtvierteln Hohenfelde, Uhlenhorst oder Winterhude um, wenn du es ruhiger magst. Wenn dir am wichtigsten ist, dass du schnell aus der Stadt kommst, um zu radeln, suche dir etwas in den Außenbezirken (Rothenburgsort, Wilhelmsburg).

Verpflegung:
Ein typisches Essen in Hamburg ist Labskaus: Kartoffeln, gepökeltes Rindfleisch, Rote Bete und Spiegelei. Ein gutes Restaurant dafür ist das Opitz in Hamburg-Uhlenhorst, nur ein paar Meter von der Alster entfernt. Sie sind auf traditionelle Hamburger Küche spezialisiert, es gibt dort also auch einige gute Fischgerichte. Probiere auf jeden Fall auch ein Franzbrötchen, ein Gebäck aus Brioche- oder Hefeteig, gefüllt mit Zucker und Zimt.

Unternehmungen: Ein Hamburg-Trip ist kein Hamburg-Trip ohne eine Hafenrundfahrt. Es gibt verschiedene Routen unterschiedlicher Länge und manche Boote gehören sogar zum öffentlichen Verkehrsnetz. Kauf einfach ein Ticket und fahre damit die Elbe entlang – für einen guten Preis. Schau dir wunderschöne historische Schiffe im Museumshafen Övelgönne an, der nur ein kurzes Wegstück vom berühmten Fischmarkt entfernt ist. Letzterer findet jeden Sonntag statt und ist von März bis November jeweils von 5 bis 9:30 Uhr geöffnet, von November bis März von 7 bis 9:30 Uhr. Er ist meist ziemlich überlaufen und recht touristisch, aber die Mischung an Besuchern ist interessant. Es gibt Live-Musik (und Bier) in der Fischauktionshalle.

Sterne des Nordens
Unterkunft: Wenn man in Hamburg luxuriös residieren möchte, fällt den meisten als erstes das Atlantic Hotel ein. Es liegt direkt an der Außenalster (dem größeren der beiden Gewässer) und in der Nähe des Hauptbahnhofs. Das frühere Grand Hotel ist das Zuhause des Rockveteranen Udo Lindenberg und hat schon als Filmkulisse, zum Beispiel für James Bond – Der Morgen stirbt nie, gedient. Über die Jahre hat es etwas von seinem Glanz verloren, die meisten Promis beziehen inzwischen im Vier Jahreszeiten an der Binnenalster (dem kleineren Gewässer), direkt im Stadtzentrum Quartier. Wenn du etwas Ausgefallenes suchst, reserviere ein Zimmer im Designhotel Side (Innenstadt) oder im East in der Nähe der Reeperbahn. Oder genieße den Blick über Hamburg von der noblen 20 Up-Dachbar des Empire Riverside Hotels auf St. Pauli.

Verpflegung: Wenn du gerne bei prominenten Fernsehköchen speist, hast du hier in Hamburg die Auswahl zwischen diversen: Leckeres Sushi von Steffen Henssler gibt es im Hafen bei Henssler & Henssler. Tolle Fleischgerichte tischt Tim Mälzer in der Bullerei im Schanzenviertel auf und feines italienisches Essen gibt es bei Cornelia Poletto. Es gibt darüber hinaus zehn Restaurants mit Michelin-Stern in Hamburg. The Table in der Hafencity oder das französisch-mediterrane Se7en Oceans an der Binnenalster sind zwei von ihnen.

Unternehmungen: Wenn du dein Geld nicht für etwas ausgeben möchtest, das mit Fahrrädern zu tun hat, geht das ziemlich gut in der Großen Bleichen (Innenstadt) und im Alsterhaus (Binnenalster), wo sich viele Luxusmarken versammelt haben. Wenn du mehr auf edle Architektur stehst, fahr nach Blankenese, einem Stadtviertel im Westen Hamburgs, wo man auf kleinen Wegen zwischen schicken Villen hindurch spazieren kann, mit Elbblick natürlich.


Also worauf wartest du noch? Melde dich für die CYCLASSICSs am 20. August 2017 an, oder schnapp dir einfach dein Fahrrad und fühle dich in einer Region willkommen, die Sport atmet und Radfahren lebt. Du wirst es mit jeder Pedalumdrehung spüren. Versprochen.

Für mehr Informationen besuche die Website  der EuroEyes CYCLASSICS >

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